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Münsterleben

Was tut sich im Münster? Auch jenseits der Gottesdienste gibt es Leben im und um dieses altehrwürdige Bauwerk. Einige Schlaglichter werden hier von Zeit zu Zeit vorgestellt.

Adventszeit 2013: Neue Bilder von unserer Heimatkrippe im Münster
Krippe Krippe Krippe
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12. Oktober - 4. November 2013:
525. Weihejubiläum des Dinkelsbühler St.-Georgs-Münsters

KirchweiheMit einem Festprogramm, einem Festgottesdienst, Kirchenkaffee für die Gemeinde und Führungen, die nicht alltägliche Einblicke in das Münster erlaubten, feierte die Pfarrei St. Georg Dinkelsbühl das 525. Weihejubiläum des Gotteshauses. Dabei stellte der Hauptzelebrant Rainer Remmele im Gottesdienst fest: „Kirche ist nicht, sondern ereignet sich.“
Am Gottesdienst nahm auch der frühere Stadtpfarrer Dr. Alois Möslang teil.
Stadtpfarrer Martin Maurer lud ein, einen Blick in den sonst unzugänglichen Dachstuhl zu werfen oder die Ausstellung des Kirchenschatzes (Bild oben) oder historischer Messgewänder zu besuchen. Den Gottesdienst hatten Kirchenchor und Orchester mit Mozarts „Spatzenmesse“ umrahmt.
Einen gänzlich anderen Blick auf das Münster konnte man am Freitag, 18.10.13, bei der Akltion "Nachts in der Kirche" der Kolpingjugend werfen.

Einen ausführlichen Rückblick gibt es hier in unserem Flyer zur Kirchweihe.

 

Kirchweihe
Ein seltener Anblick:Das Kirchengewölbe von oben
Kirchweihe
Ausstellung historischer Messgewänder
Kirchweihe
Der sonst unzugängliche Dachboden des Münsters
     
Kirchweihe
Fußwallfahrt nach Segringen
Kirchweihe
Anschließend ökumenische Vesper
KirchweiheDankgottesdienst mit Pfarrer Müller
     
Kirchweihe
Vortrag: 50 Jahre Konzilskonstitution
Kirchweihe
"Reformbaustelle Kirche" mit Prof. Wolf
     
Kirchweihe
Festgottesdienst mit Rainer Remmele
Kirchweihe
"Kirchweihkaffee" im Pfarrzentrum
Nachts in der Kirche
"Nachts in der Kirche": Stimmungsvolle Beleuchtung und Meditationen (Mehr dazu auf der Kolpingseite)


Adventszeit 2011: Ehrenamtliche Helfer bauen im Münster St. Georg wieder die Heimatkrippe auf
Fast schon stadtplanerische Fähigkeiten brauchen Ernest Förster und sein Team jedes Jahr, wenn sie im Münster St. Georg die Dinkelsbühler Heimatkrippe aufbauen. Seit rund zwei Wochen waren die Männer wieder damit beschäftigt, Wege anzulegen, Grünanlagen zu gestalten und Häuser zu platzieren. Denn die Betrachter sollen die Krippenlandschaft jedes Jahr ein wenig anders erleben.
Heuer ging für das Krippenteam ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung: eine stabile Bodenplatte für die Aufbauten, die durch eine großzügige Spende des Botzenweilener Sägewerkes Wendel möglich geworden sei. Das Holz sei dann in Eigenregie passgenau zugeschnitten worden, so dass heuer erstmals die Platten, auf denen die Krippenlandschaft entsteht, sicher auf der Unterlage ruht.
Aufbau der Krippe
Der Aufbau der Krippe im Münster (zur Vergrößerung bitte auf das Bild klicken)

40 bis 50 Gebäude ordnen Ernest Förster, Franz Höll, Franz Pitka, Ernst Mittag und Georg Sperber, unterstützt von Mesner Matthias Schreiber, alljährlich für die Szenerie der Heimatkrippe an. Gelagert werden die Teile in einem Raum unter dem Pfarrbüro, für den Transport über das Kirchhöflein ins Münster ist Helmut Gerben verantwortlich. Dort werden die Häuser, die den Originalen in der Dinkelsbühler Altstadt nachempfunden wurden, so gruppiert, dass die biblische Geschichte mitverfolgt werden kann. Mit Mariä Verkündigung beginnt die Inszenierung, sie geht über Mariä Heimsuchung, über Jesu Geburt, den Besuch der Drei Könige, Jesu Darstellung im Tempel bis zur Flucht nach Ägypten. Mit dem Fortlauf der Geschichte bevölkern immer mehr Figuren die Krippenszenerie.
Damit die Krippe zum ersten Adventssonntag in ihrem schönsten Glanz erstrahlt, ist Ernest Förster das ganze Jahr über beschäftigt. Mit viel Liebe, Geduld und Spaß an seiner ehrenamtlichen Aufgabe reinigt er die Figuren, bessert die Häuser aus und sorgt dafür, dass die Beleuchtung zuverlässig funktioniert. Er übernahm diese Aufgabe 2002 und regte in der Folge an, die Gebäude elektrisch zu erhellen. Dazu musste er alle Fensterchen umarbeiten. Dass sich der Aufwand gelohnt hat, davon sind er und sein Team überzeugt: „Mit dem Licht kam Leben in die Häuser.“
Ihren Ursprung hat die Dinkelsbühler Heimatkrippe im Jahr 1925, als der damalige Stadtpfarrer Stiefenhofer unter anderem mit jugendlichen Handwerkslehrlingen mit dem Bau der Gebäude begann. Seither wurde die Krippenlandschaft nach und nach erweitert. Erstmals in vollem Glanz kann die Krippe im Münster am morgigen ersten Adventssonntag besichtigt werden. Sie bleibt bis zum 2. Februar aufgebaut.


Fastenzeit 2011: Das Hungertuch im Dinkelsbühler Münster
Seit Aschermittwoch verhüllt ein Hungertuch den Hochaltar des Münsters St. Georg. Von durchwegs positive Resonanz wird bislang berichtet. Für Besucher und Touristen sollen nun Infozettel ausgelegt werden, um über den Sinn und die Hintergründe des rund 17 Meter langen weißen Tuches aufzuklären.
Die Idee, ein Hungertuch im Münster aufzuhängen, stammt von Dr. Matthias Pausch, der ein solches Hungertuch in seiner Heimatpfarrei Oberelchingen erstmals erlebte. Der Brauch der Hungertücher in der vorösterlichen Fastenzeit stammt laut Kunsthistorikern aus etwa dem 11. Jahrhundert. Damit verbunden war oft auch die Verhüllung der Kreuze, Heiligenfiguren und -bilder. Die ältesten Tücher waren weiß oder einfarbige. Meist waren sie aus Leinen, wie es schon seit dem 9. Jahrhundert für die Altarbekleidung vorgeschrieben war.
Hungertuch
Das Fastentuch im Münster (zur Vergrößerung bitte auf das Bild klicken)
Aufgehängt wurde das Fastenvelum oder Fastentuch meist nach der Komplet des ersten Fastensonntages, andere schon am Aschermittwoch im Chorbogen der Pfarrkirchen vor dem Hauptaltar. An diesem Tag begann auch das Fasten (Hungern) der Gläubigen. Abgenommen wurde das Tuch am Mittwoch der Karwoche, später auch am Karfreitag. Die Verwendung der Hungertücher war auf die vierzig Tage zeitlich beschränkt, den Rest des Jahres wurden sie verschlossen gehalten.
Die Hungertücher seien letztlich auf die Bußdisziplin zurückzuführen. Das seelisches Fasten habe als Ergänzung zum körperlichen Fasten gedient. Für die Altarverhüllung und auch für die Verhüllung der Kreuze während der Passionszeit würden drei Gründe aufgeführt: Die Unwürdigkeit der Gläubigen während der Zeit der Buße das Heiligtum des Altares zu schauen. Außerdem der Hinweis, dass die Gottheit Christi sich während des Leidens verhüllte und der Vergleich mit dem velum templi des alten Testamentes, wonach der kostbare Vorhang im Tempel zu Jerusalem beim Opfertode Christi zerriss.
Seit dem frühen 12. Jahrhundert habe sich neben der Verhüllungsfunktion der Hungertücher eine zweite Funktion entwickelt. Je nach Region sei damit begonnen worden, die Tücher künstlerisch zu gestaltet. Zunächst nur mit einfacher Ornamentstickerei geschmückt, kenne man ab dem 12. Jahrhundert reich bemalte und bestickte Werke.
Mit Änderung der theologischen Auffassungen habe sich der Gebrauch der Tücher verändert. Ein allgemein sich durchsetzender „Sichtbarkeitskult“, das „Sehenwollen“ des Mysteriums, habe die alten Vorschriften über die Bußordnung in der Fastenzeit gelockert, heißt es. Die Fastentücher seien zwar über die Jahrhunderte beibehalten worden, aber im Laufe des Mittelalters seien diese Tücher immer kleiner geworden. Oft seien sie hoch im Chorbogen der Kirche aufgehängt worden, so dass der Blick zum Hochaltar für die Gläubigen frei blieb.
Das Fastentuch in Dinkelsbühl wurde von Dr. Pausch und Wolfgang Drexler realisiert. Das Aufziehen während des Aschermittwochsgottesdienstes sei von den Gläubigen, trotz der Dauer, als „sehr gut empfunden“ worden und werde auch in den kommenden Jahren während der Austeilung des Aschekreuzes zu erleben sein.

Sonntag, 26. September 2010: Weihe neuer Glocken
Was 10 Jahre zuvor unter der Ägide des damaligen Stadtpfarrers Bernd Aninger begann, konnte nun zu Ende geführt werden: Die Ergänzung und Renovierung des Geläutes des Münsters.
Dazu wurden die Tauf- und Sterbeglocken neu gegossen und die aus dem 17. Jahrhundert stammende "Elferin" runderneuert.

Glockenguss Renovierte Glocke Glockenweihe
Beim Glockenguss
Die renovierte "Elferin"
Bernd Aninger bei der Weihe der neuen Glocken