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8. Sonntag A: Mt 6,24-34: Vorausschauend Handeln!
Obwohl die Rente ja sicher ist und das auch so bleiben soll, werden die Bürger durch steuerliche Vorteile dazu animiert, für das Alter auch zusätzlich noch privat vorzusorgen. Auch in anderen Lebensbereichen wird jeder Mensch Vorsorge treffen für Eventualtiäten: Versicherungen für Krankheit, für Haftpflicht und viele andere Fälle finden sich in unseren Unterlagen. Und wir würden mit Recht Leute kritisch hinterfragen, die erst in Saus und Braus leben und dann angewiesen sind auf die Unterstützung der Gemeinschaft. Wie ein befremdlicher Kontrast klingen da die Worte Jesu im heutigen Evangelium, wenn er sagt, wir sollten uns nicht um unser Leben sorgen. Und es klingt fast schon so, als ob es gut wäre, einfach so in den Tag hinein zu leben und sich nicht zu kümmern, sich keine Sorgen zu machen.
Etwas naiv und weltfremd klingt das:
Das die Vögel einfach so von Gott genährt werden und die Pflanzen prächtig gekleidet sind und das auf den Menschen zu übertragen, also so einfach wird’s nicht gehen. Auch wenn ich noch so intensiv bete, wird mir mein Schnitzel für heute Mittag und mein Gewand nicht vom Himmel fallen. Das muss schon erarbeitet werden. Natürlich müssen wir uns kümmern: Kranke sorgen sich um ihre Gesundheit, Eltern sorgen sich um ihre Familien. Und jeder für seinen Lebensunterhalt. Aber: Wir sollen uns nicht von den Sorgen um das irdische zerfressen lassen. Die dürfen nicht im Vordergrund stehen und uns beherrschen. Wir dürfen uns nicht verzetteln mit Dingen, die vielleicht in sich ihren Sinn und ihre Bedeutung haben, die aber angesichts des großen Ziels sich relativieren. Angesichts der Sorgen des Alltags, dem täglichen Gehetze und Gerenne, besteht nämlich die Gefahr, dieses Ziel aus den Augen zu verlieren. Jesus geht es also nicht um naive Sorglosigkeit, sondern um die richtigen Prioritäten. Er will, dass wir Gott an die erste Stelle in unserem Leben stellen und nicht an die 476. Wir sollen alles, was wir denken, reden und tun von ihm her denken, reden und tun.
Ein Professor sollte in einem Vortrag den Zuhörern richtiges Zeitmanagment beibringen. Dazu wollte er ein kleines Experiment durchführen. Er zog unter seinem Pult einen großen Glaskrug hervor und stellte ihn vor sich hin. Dann holte er etwa ein Dutzend Flusssteine, groß wie Tennisbälle hervor und legte sie vorsichtig, einen nach dem anderen in den großen Krug. Als der Krug bis an den Rand voll war und kein weiterer Stein mehr darin Platz hatte, blickte er auf und fragte die Zuhörer: „Ist der Krug nun voll?“ Erwartungsgemäß antworteten alle mit „Ja“. Er sagte, ich denke nicht und holte unter dem Tisch einen mit feinerem Kies gefüllten Becher hervor und schüttete den Kies sorgfältig über die größeren Steine. Der Kies verteilte sich zwischen ihnen bis auf den Boden des Kruges. Der Professor fragte erneut, ob die Kanne jetzt voll sei. Das Publikum fing zu verstehen an und einer meinte: „Wahrscheinlich nicht!“ Dann holte der Professor eine Schüssel mit Sand hervor und kippte den Sand in den Krug. Der Sand füllte die Räume zwischen den größeren Steinen und den Kieseln auf. Und dann schüttete er noch Wasser in den augenscheinlich doch schon vollen Krug. Die Zuhörer sollten bei dieser Geschichte aber nicht lernen, dass selbst bei einem randvollen Terminplan immer noch etwas dazwischen passt, sondern: wenn man die größeren Steine nicht als erstes in den Krug legt, werden sie später niemals alle hineinpassen.
Die größeren Steine sind wohl Familie, Gesundheit und vor allem: Gott.
Wenn man jedoch zuallererst auf Kleinigkeiten achtet, verbringt man sein Leben mit Kleinigkeiten und hat nicht mehr genug Zeit und Kraft für die wichtigen Dinge im Leben.
In den Krug unseres Lebens, so empfiehlt uns Jesus, gehört zunächst und zuallererst Gott und die Sorge für sein Reich. Alles andere verblasst dagegen und verliert seine Unerbittlichkeit. Wenn wir unser Leben von Gott her verstehen, also in ihm uns bewegen und sind, dann kann uns nichts aus der Bahn werfen.
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